Sonne und Zähne, Zahngesundheit und Vitamin D

Sonnenlicht und Zahngesundheit, Vitamin D 

Selbst im Schatten oder bei bedecktem Himmel bekommen wir durch einen einstündigen Aufenthalt im Freien genügend UV-B-Strahlung, um die körpereigene Vitamin-D-Produktion anzukurbeln. Aber das ist nicht die einzige gute Nachricht. Wer sich in Maßen sonnen kann, tut auch seinen Zähnen etwas Gutes. Sonnenlicht ist für die Zahngesundheit gut.

Warum ein Sonnenbad für die Zähne ?

Die im Sonnenlicht enthaltene UV-B-Strahlung ermöglicht die Bildung von Vitamin D in unserem Körper. Vitamin D ist wichtig für einen ausgeglichenen Calciumspiegel im Blut, starke Knochen und gesunde Zähne. Einiges kann auch über Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden,  jedoch kann das natürliche Sonnenlicht nicht ersetzt werden. Abgesehen von Fisch enthalten die meisten Lebensmittel nur relativ geringe Mengen an Vitamin D. Die positive Wirkung von Vitamin D ist in verschiedenen Studien belegt, zudem stärkt es den Zahnschmelz.

Sowohl Kinder- als auch Erwachsenenzähne sind besser vor Karies geschützt, wenn viel UV-B-Licht aufgenommen und in Vitamin D umgewandelt wird. Außerdem wird damit das Immunsystem unterstützt, welches somit schädliche Bakterien besser abwehren kann. Dazu gehören auch Karieserreger.

Geschichtlicher Hintergrund Vorteil zu Sonnenlicht und Zahngesundheit

Wer seine Zähne gesund halten möchte, sollte hin und wieder ein Sonnenbad nehmen. Viel Sonne tut nämlich nicht nur der Seele gut, sondern auch den Zähnen, schließt der US-Wissenschaft William Grant aus der Auswertung verschiedener Studien zum Thema. Demnach sorgt die verstärkte Produktion von Vitamin D bei Sonneneinstrahlung dafür, dass vom Immunsystem mehr Abwehrproteine gebildet werden, mit denen sich unter anderem Karies-Erreger in Schach halten lassen.

Um die Einwohner amerikanischer Städte vor Karies zu schützen, wurde vielerorts das Trinkwasser mit geringen Mengen an Fluorid versetzt. Die Salze stärken den Zahnschmelz, weswegen auch verschiedene Hersteller von Zahnpasta auf diese Methode setzen. William Grant aus San Francisco glaubt nun jedoch, ein effizienteres Mittel gegen die weit verbreitete Zahnfäule gefunden zu haben: Vitamin D und Sonnenlicht.

Der Forscher verglich mehrere Studien der vergangenen 160 Jahre, die sich mit den Ursachen und der Häufigkeit von Karies beschäftigten. Während des amerikanischen Bürgerkriegs wurden neue Rekruten auf ihren Gesundheitszustand untersucht und dabei erstmals ein Nord-Süd-Gefälle der Zahnfäule dokumentiert: In Kentucky fehlten nur acht von 1.000 angehenden Soldaten einzelne Zähne, im nördlicher gelegenen New England waren es dagegen 25 von 1.000.

In den 1930er Jahren zog ein Forscherteam dann die Verbindung zwischen geographischer Breite und der damit einhergehenden Sonnenscheindauer pro Jahr. Zähne von jungen Männern im sonnenreichen Westen der USA mit 3.000 Sonnenstunden pro Jahr waren zu 50 Prozent weniger von Karies befallen als ihre Altersgenossen aus dem mit weniger als 2.200 Sonnenstunden gesegneten Nordosten. In den folgenden Jahren bestätigten weitere wissenschaftliche Arbeiten dieses Ergebnis.

Forschungen zum Thema

Gleichzeitig beschäftigte sich eine Gruppe britischer Wissenschaftler damit, welche Rolle Vitamin D für gesunde Zähne spielt. Anhand von Hunden wiesen sie nach, dass Vitamin D den Zahnschmelz stärkt. Aus dieser Erkenntnis entwickelten die Forscher die Idee, Karies bei Kindern mit Vitamin D zu bekämpfen – mit Erfolg. In den USA führte die gezielte Behandlung mit UVB-Strahlen zu einem ähnlichen Ergebnis.

Spätere Forschungsergebnisse zeigten dann, dass die Cathelicidine – körpereigene antimikrobielle Proteine – Immunzellen helfen, Bakterien abzuwehren und auch bei der Bekämpfung von Karies beteiligt sind. Grant führt nach eigenen Angaben nun erstmals die Ergebnisse all dieser Studien zusammen und kommt zu folgenden Ergebnis: Ist der menschliche Körper mehr Sonne und damit mehr UVB-Strahlung – ausgesetzt, bildet er mehr Vitamin D. Vitamin D wiederum regt die Immunzellen an, mehr Cathelicidine zu produzieren, die wiederum Karies verursachende Bakterien abtöten.

Für Menschen, die in Regionen mit geringer Sonneneinstrahlung leben, ist laut Grant die Einnahme von Vitamin D  oder ein halbstündiges Sonnenbad zur Mittagszeit sogar effektiver als das Versetzen von Trinkwasser mit Fluoriden. Ob das so jedoch tatsächlich stimmt, müsste in Studien gezielt untersucht werden, denn Grant ist möglicherweise nicht ganz unvoreingenommen: Er leitet das „Sunlight, Nutrition And Health Research Center“ und hat sich auf die Erforschung positiver Effekte von Vitamin-D-Einnahme und Sonnenbestrahlung spezialisiert.

Finanziert wird er unter anderem von der dänischen Sonnenbank-Föderation und einer Interessensgemeinschaft, die sich der Promotion der gesundheitsfördernden Effekte von Vitamin D verschrieben hat.

William Grant (Sunlight, Nutrition and Health Research Center, SUNARC, San Francisco): Dermato-Endocrinology, Bd. 3, Nr. 3, S. 1-6 wissenschaft.de ? Marion Martin

Ausgabe 8.2023

Fazit  

Vitamin D ist für die menschliche Gesundheit wichtig. Es regelt den Kalzium- und Phosphatstoffwechsel und spielt eine wichtige Rolle in der Knochen- und Zahnbildung. Eine genügende Vitamin-D-Versorgung ist unabdingbar, um Rachitis  (Verformung des Skeletts) bei Kindern und Knochenerweichung bei Erwachsenen zu verhindern.

Eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung fördert die Gesundheit von Muskeln und Knochen und reduziert das Sturz – und Frakturrisiko von älteren Menschen. Die Forschung der letzten Jahre liefert zudem Hinweise, dass Vitamin D eventuell den Verlauf chronischer und schwerer Krankheiten günstig beeinflussen könnte.

Leider wird der Bedeutung des Sonnenlichts für die Zahngesundheit immer noch zu wenig Beachtung geschenkt. Das richtige Zähneputzen wird schon in der Kita geübt, über zahnfreundliche Ernährung gibt es hunderte von Büchern, und in jeder Drogerie kann man heute „mitdenkende“ elektrische Zahnbürsten kaufen. Doch kaum ein Zahnarzt empfiehlt seinen Patienten, ausreichend Sonne zu tanken und sich regelmäßig im Freien aufzuhalten.

Glücklicherweise ist dieser Rat jedoch sehr einfach umzusetzen: Die Sonne zu genießen kostet kein Geld, allerdings macht sie glücklich und funktioniert am Strand ebenso gut wie zu Hause auf dem Balkon, im Garten oder in der Stadt. Sogar im Schatten oder bei bedecktem Himmel bekommt man bei einem einstündigen Aufenthalt im Freien genug UV-B-Strahlung ab, um die körpereigene Vitamin-D-Produktion in Schwung zu bringen.

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